GastroTipp
Gastro Tipp: Loungerie
Ginge man allein nach der Anzahl der Facebook-Freunde, dürfte unser heutiger Testkandidat, die Loungerie, zu den beliebtesten Lokalen in Passau gehören – fast 3.500 „Freunde“ lassen sich zeitgemäß via Facebook über Neuerungen, Wochenkarten und spezielle Aktionen auf dem Laufenden halten. Echte Freunde – sprich: Stammgäste – sind die wichtigste Währung der Gastronomie, doch die gewinnt man nicht virtuell, sondern durch Leistung und gastronomische Qualität. Um das herauszufinden und zu beurteilen sind wir hier – und wir geben zu, dass wir trotz zahlreicher Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis skeptisch waren, als wir die Loungerie im Heuwinkel betraten ...
Gastro Tipp: Couch Cafe
Man kann es drehen und wenden wie man will: Kein Stadtteil hat sich gastronomisch in letzter Zeit so positiv entwickelt wie Passaus Schokoladenseite, die Altstadt - insbesondere die Gassen rund um den Residenzplatz. Zahlreiche Neueröffnungen und kaum noch Leerstand beweisen dies eindrucksvoll: Die Konditorei Hoft am Residenzplatz zählt genauso dazu wie die im Frühjahr eröffnete Cocktailbar Journey, eine Antipastibar oder auch das Kreuzweis in seinen neuen-alten Räumlichkeiten in der Schustergasse.
Jüngstes Mitglied unter den gastronomischen Neuerungen in diesem Bereich ist aber das Couch Cafe, das in den Räumlichkeiten des ehemaligen, jahrelang leerstehenden Coffee Fellows erst vor wenigen Wochen eröffnet hat.
Gastro Tipp im Sommer: Schlemmerhof Schmalzl bei Vilshofen
Da diese PASTA! Sommerdoppelausgabe unter dem Oberthema „Urlaub“ steht, reisen wir heute in die Nähe von Vilshofen: In Hundsöd, ein paar Kilometer außerhalb der Donaustadt, führt Gerhard Schmalzl bereits in 3. Generation den Schlemmerhof Schmalzl. Wir haben Glück: Der Wettergott ist uns hold und so machen wir es uns zum Apéro zunächst auf lässigen Loungemöbeln auf der Terrasse bequem, bevor uns der sehr freundliche Service unter der Leitung von Sabine Pramer an unseren Tisch geleitet, auf dem uns bereits ein Brotkorb mit drei hervorragenden Dips erwartet. Der erste Blick in die umfangreiche Speisekarte lässt vermuten, dass der Name des Restaurants hier tatsächlich Programm sein könnte – und so viel sei an dieser Stelle schon verraten: Der Abend war ein Schlemmerfest!
Weiterlesen: Gastro Tipp im Sommer: Schlemmerhof Schmalzl bei Vilshofen
Gastro Tipp im Juni: Das Kupferpfandl in Schärding
Es gab eine Zeit, vor etwa 10 Jahren, da war Schärding so etwas wie ein Mekka für Gourmets. In Passau gab es zu dieser Zeit keine ambitionierte Küche auf gehobenem Niveau, man fuhr in das benachbarte Schärding und dinierte im Teatro, im Holzschlössl, im legendären Forstinger und natürlich im Kupferpfandl. Wirklich erstaunlich, welche gastronomische Qualität und Dichte seinerzeit geboten wurde.
Viel ist nicht übrig geblieben vom einstigen Glanz, die meisten Gourmetadressen sind längst Geschichte.
Welch ein Glück: Das Kupferpfandl ist geblieben!
Weiterlesen: Gastro Tipp im Juni: Das Kupferpfandl in Schärding
Gastro Tipp: Wittelsbacher Zollhaus in Vilshofen
Die Silhouette von Vilshofen glänzt seit einigen Jahren noch ein bisschen mehr: Im Jahr 2009 hat hier, direkt an der Donau, die Familie Haller das Hotel und Restaurant „Wittelsbacher Zollhaus“ eröffnet. Der riesige Komplex mit über 3500 Quadratmetern Nutzfläche stand über Jahrzehnte leer. Es verlangt viel Mut und Optimismus, in einer Kleinstadt wie Vilshofen ein ambitioniertes Hotel und Restaurant zum Erfolg bringen zu wollen: Mit insgesamt 80 Betten, 200 Außenplätzen im lauschigen Biergarten, mehreren Stüberln des Restaurants „Gaumenfreude“ und dem 2009 eröffneten Gewölberestaurant muss auch eine anspruchsvolle, überregionale Klientel akquiriert werden. Für uns Passauer ist die Reise nach Vilshofen ja ein Katzensprung – in 15 Minuten bringt einen der Regionalexpress (wir hatten von den guten Weinen des Hauses gehört und deshalb vorsorglich das Auto zu Hause stehen gelassen) bis fast vor die Haustür des Wittelsbacher Zollhauses.
Weiterlesen: Gastro Tipp: Wittelsbacher Zollhaus in Vilshofen
Gastro Tipp: Beef Boys
Wohl kaum eine Neueröffnung in der jüngeren Geschichte (seit der Eröffnung des Loop 2003) ist so lange und sehnlich erwartet worden wie die des „Beef Boys" in der Passauer Roßtränke unweit der Donaulände. Hier, mitten im Passauer Ausgeh- und Partyviertel hat vor wenigen Wochen Passaus erstes und einziges Steak Restaurant eröffnet. Das Lokal positioniert sich aber nicht als klassisches Steakhouse, sondern als modernes Konzept, das sich auf Surf and Turf -Gerichte spezialisiert hat, also dem Besten aus Seafood und Fleisch.
Wir sind jedenfalls überrascht, als wir das Restaurant zum ersten Mal betreten: Keine rustikale Atmosphäre mit Salatbuffet und groben Holztischen wie sie überall in Steakhäusern zu finden ist, sondern nüchternes, auf das Wesentliche reduziertes Ambiente, dabei aber durchaus gemütlich und einladend – optisch schon mal ein gelungener Spagat.
Gastro Tipp im März: Viktoria Quelle
Als bekennender Wellnessfan war mir die Viktoria Quelle in Bad Pilzweg bei Fürstenzell schon seit einiger Zeit ein Begriff. Die dortigen Quellen und deren mit Schwefelwasserstoff angereichertes Wasser wurden vor über 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1829 erwirkten dann die damaligen Besitzer des Hofes die behördliche Genehmigung zum Betrieb eines Heilbades und Gasthauses. Nachdem Bad Pilzweg Anfang des neuen Jahrtausends in einen Dornröschenschlaf gefallen war, fasste sich 2007 die Unternehmerfamilie Haas ein Herz und baute den traditionsreichen Ort behutsam zu einem 4-Sterne Hotel mit einem modernen SPA & Wellnessbereich aus. Obwohl wir bisher noch nicht selbst in Bad Pilzweg übernachtet haben, sei allen Ruhe- und Entspannungssuchenden ausdrücklich dieses Hotel empfohlen: Die von uns inspizierten Zimmer, insbesondere diejenigen im Gästehaus, setzen Maßstäbe in Sachen niederbayerischer Gemütlichkeit – bei gleichzeitig modernem, zeitgemäßem Komfort. Gleiches gilt für den Wellnessbereich: Neben den beiden aus eigener Schwefelwasserquelle gespeisten Pools laden diverse Saunen, Dampfbäder und Ruhezonen zum vollkommenen Abschalten ein. Das gesamte Ensemble ist eingebettet in eine 75.000 qm große Parkanlage und bei gutem Wetter eröffnet sich dem Gast ein wunderschöner Panoramablick auf die Alpen.
Gastro Tipp: Leonardo
Kein Stadtteil von Passau hat sich in den letzten 10 Jahren so rasant entwickelt wie Kohlbruck - noch nicht einmal Passaus Neue Mitte kann hier gleichziehen. Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände und außen herum ist mehr oder weniger aus dem Nichts ein völlig neuer Stadtteil entstanden: Dreiländerhalle, PEB, X-Point Halle sowie zahlreiche Firmen von Autohaus bis New Economy – man könnte Kohlbruck auch als Passaus „Business-Distrikt“ bezeichnen: Hier wird gearbeitet - gewohnt wird anderswo. Aus diesem Grund ist der Stadtteil im Vergleich zur Passauer Innenstadt gastronomisch bislang kaum entwickelt. Eine der ganz wenigen Ausnahmen ist seit acht Jahren das „Leonardo“, das wir heute testen. Die neuen Betreiber, die hier vor gut acht Wochen das Ruder übernommen haben - und außerdem seit fast 20 Jahren erfolgreich ein weiteres Lokal in Simbach führen - setzen konzeptionell auf eine Mischung aus Restaurant, Pizzeria, Café und Weinbar.
Gastro-Tipp: Das Rusticana
Läuft, fährt oder radelt man hinter dem Innstadt Friedhof entlang Richtung Grenzübergang Passau-Voglau, fällt einem linker Hand, unmittelbar hinter dem Grenzbaum, ein Gastronomieobjekt auf, vor dem permanent Dutzende Autos parken, das Rusticana. Schaut man genauer hin, bemerkt man unterschiedliche KFZ-Kennzeichen aus Deutschland und Österreich, und zwar nicht nur aus Passau und Schärding, sondern durchaus auch von weiter her. Betritt man das Lokal, taucht man ein in eine andere Welt irgendwo zwischen spanischer Bodega, argentinischem Steakhouse und mexikanischer Erlebnisgastronomie. Die fünf verschiedenen Räume (nicht zu vergessen der riesige Biergarten mit altem Kastanienbestand, im Sommer ein perfekter (Ausflugs-) Tipp!) haben jeweils einen ganz eigenen, immer gemütlichen Charakter und bieten Pärchen, größeren Gruppen und sogar Rauchern (wir sind schließlich auf österreichischer Seite) unterschiedliche Sitz-Optionen.
Gastro-Tipp: Zur Blauen Donau
Jahrzehnte wurde der Postkartenblick von Passaus Donaulände durch ein einzelnes Gebäude verunstaltet: Das „Gasthaus Zur Blauen Donau“. Es sollte bis ins Jahr 2004 dauern, bis das traditionsreiche Haus endlich aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Wie es der Zufall wollte, traf es keinen Unbekannten: Welch ein Glück! Richard Kerscher, seines Zeichens ehemaliger Wirt des Grauen Hasen in Deggendorf, ehemaliger Hotelier und Chefkoch im legendären Passauer Wolf, der in seiner langen Karriere auch schon den ein oder anderen Stern erkocht hat, fasste sich zusammen mit seiner reizenden Frau Nicole ein Herz und schuf hier an der Donaulände ein wahres kulinarisches Kleinod. „Klein“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Betritt man den Gastraum, steht man direkt an bzw. in der offenen Küche und wird sogleich vom Chef, der vom Herd herüberwinkt, sowie vom Service, herzlich begrüßt. Rechter Hand tut sich dann der gemütlich-rustikal eingerichtete Gastraum auf, der maximal 35 Personen Platz bietet. Im Obergeschoss befindet sich ein separater Raum für Gesellschaften, der noch einmal in etwa die gleiche Personenzahl fasst. Sofort merkt der Gast, dass hier durch und durch Profis am Werk sind: Der Service hat genau die richtige Mischung aus Freundlichkeit und Professionalität, die man nur in exzellenten Restaurants findet: Souverän, aber zuvorkommend, schnell, aber nie hektisch, kommunikativ, aber nie aufdringlich.
Gastro-Tipp im Oktober: Das SensAsian
Asiatisches Essen ist gesund und liegt schon seit Jahren voll im Trend. Die Multigastronomen Petra und Mario Künzel erkannten diesen Trend schon im Jahr 2002 und eröffneten im Herzen der Passauer Fußgängerzone das SensAsian. Nun gibt es schon eine ganze Reihe asiatischer Restaurants in Passau, aber keines, das so am Puls der Zeit ist. Während sich andernorts Asia-Essen vorzugsweise in Buffetform mit mehr oder weniger asiatischem Flair durchgesetzt hat, empfängt uns im SensAsian ein helles, modernes Ambiente, das man neudeutsch mit dem Begriff "stylisch" umschreiben würde. Im Erdgeschoss befindet sich die offene Küche, in der die Gerichte frisch vor den Augen des Gastes zubereitet werden. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen – ob der Anwalt im Anzug, der sein Curry "to go" bestellt und dann wieder in seine Kanzlei entschwindet oder die Studentenclique, die sich auf ein schnelles Mittagessen trifft, es herrscht lebhafte "wok-a-way"-Atmosphäre. Sobald sich die Sonne zeigt (und das gilt auch noch im Herbst), nimmt man sein Mittagessen auch gerne "auf der Straße" ein. Von den Außenplätzen kann man nämlich wunderbar flanierende Touristen und shoppende Einheimische beobachten, man sitzt quasi mitten drin. Im ersten Stock befindet sich der Restaurantbereich, in dem es etwas ruhiger zugeht.
Heilig Geist Stiftschenke
Es gibt wohl kaum einen gastronomischen Betrieb in Passau, der so viel Historie aufzuweisen hat wie das "Geist" – so wird die Heilig Geist Stiftschenke von den Einheimischen genannt. Das Objekt in der Heiliggeistgasse, mitten im Zentrum der Stadt, blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. Im Mittelalter ursprünglich als Spital für mittellose Männer gegründet, gehörten der Stiftung damals wie heute eigene Weinberge in der Wachau, die zunächst in der stiftseigenen Weinstube verkauft wurden. Im Grunde ist das heute noch so, allerdings ist aus der kleinen Weinstube über die Jahrhunderte hinweg ein wunderschönes Restaurant mit vielfältigen Räumlichkeiten geworden. Seit 1961 lenkt Familie Mayer die Geschicke des Hauses: Generationen von Köchen haben hier gelernt und führen inzwischen eigene Restaurants – man hört in der hiesigen Gastro-Szene häufiger den Satz: "Ist es ein guter Koch, hat er wahrscheinlich beim Mayer im ‚Geist’ gelernt". Küchenchef Andreas Brandenburg steht hier seit knapp 20 Jahren am Herd und gebietet gemeinsam mit Patron Fritz Mayer über eine Küchenbrigade von fast einem Dutzend Köchen und Küchenhilfen, die von 16 Kellnerinnen und Kellnern in Schank und Service komplettiert wird.
Das Scharfrichterhaus
Wer nicht im Scharfrichterhaus war, war nicht in Passau. Im Grunde kann man es auf diese ganz einfache Formel herunterbrechen. Denn das durch sein Kabarett- und Kinoprogramm deutschlandweit bekannte Gewölbelokal kann man neben dem Dom und den drei Flüssen zu einem der Wahrzeichen Passaus zählen. Aber nicht nur kulturell ist das Scharfrichterhaus seit nunmehr 32 Jahren wegweisend: auch in Sachen Wein gab und gibt es in Passau kein Lokal, dass sich mit der Auswahl, der Qualität und dem dazugehörigen Weinwissen der "Scharfrichter" messen kann. Kulinarisch konnte und wollte der Scharfrichter aber nie ein richtiges Restaurant sein: Das hat sich, wie so vieles, in letzter Zeit geändert. Seit dem Einstieg von Matthias Ziegler vor einigen Jahren hat "Ur-Scharfrichter" Walter Landshuter einen Partner an der Seite, der mit viel strategischem Geschick, Übersicht und Sensibilität diesen „gewachsenen“, traditionsreichen Ort behutsam modernisiert hat. Neben dem Kinosaal ist eine lauschige Vinothek entstanden, in der Hunderte Flaschen in Klimaschränken lagern und hier auch zum Mitnehmen verkauft werden. Neben der Sanierung der alten Gemäuer ist viel in Elektrik, Technik und Ausstattung investiert worden. Sichtbar für den Gast ist das vor allem im Scharfrichter-Gewölbe:
Cantina Ensenada
Die "Cantina", wie sie von allen nur genannt wird, als "neu" zu bezeichnen, grenzt an Euphemismus: Bereits seit 1991 steht das von außen unscheinbare Lokal in der Innstadt für echte Tex-Mex Erlebnisgastronomie. Und doch hat sich hier in den letzten Monaten einiges geändert, seit der neue Betreiber Klaus Bertl die Cantina übernommen hat. Das sieht das ungeübte Auge zwar nicht auf Anhieb, wenn man aber, wie wir, seit beinahe 15 Jahren Cantina-Gast ist, fällt auf, dass hier ein frischer Wind weht. Das Lokal hat durch seine dezente Beleuchtung zwar nach wie vor etwas angenehm "Schummriges", dennoch wirkt das Lokal nun frischer. Auch in die Kücheneinrichtung ist einiges investiert worden, vor allem aber der Patio-Innenhof hat deutlich hinzugewonnen. Mit frischer Farbe, neuen optischen Elementen und geschickten Raumtrennern ist es gelungen, echtes Hacienda-Feeling zu zaubern. Betritt man das Gewölbelokal, ist man sofort gefangen von der rustikalen Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen Südstaaten und Mexiko ansiedeln lässt – farbenfroh, lebhaft, kommunikativ und mit ganz viel Patina.
Ristorante Pasta e Vino
Naturgemäß kennen wir uns in den Gastronomien der Innstadt besonders gut aus: Schließlich leben und arbeiten wir hier und gehen in „unserem“ Stadtteil natürlich gerne aus. Unser heutiger Gastrotest führt uns in die direkte Nachbarschaft ins Ristorante Pasta e Vino. Das Lokal in der Schmiedgasse hat in den letzten zehn Jahren mindestens ebenso viele Wirte gesehen: Ob Shisha-Café, Tapas-Bar oder Mittelalter-Kneipe, hier hat sich kein Konzept auf Dauer behaupten können. Nun also ein Italiener, der dritte auf weniger als 100 Metern in der Schmiedgasse - direkt zwischen den seit mehr als einem Jahrzehnt etablierten Lokalen venti tre und Gallo Nero. Wir geben zu: Wir waren am Anfang skeptisch. Doch was dann im Laufe des Abends passierte, ließ unsere Skepsis in Euphorie umschlagen. Inzwischen sind wir zu wahren Stammgästen geworden - das Ristorante geht inzwischen bald in sein drittes Jahr! Doch der Reihe nach: In Italiens Gastronomie werden seit jeher Begriffe wie Trattoria, Osteria, Ristorante oder Pizzeria verwendet, die im Grunde unterschiedliche Lokaltypen bezeichnen. Die Übergänge sind allerdings zunehmend auch in Italien fließend. In Deutschland hat es diese Unterscheidung eigentlich nie gegeben: Man ging bei uns zum Italiener. Aber die Deutschen haben über die Jahre hinweg dazugelernt: Sie können Mozzarella von Emmentaler auf der Pizza unterscheiden und sie geben sich nicht mehr mit Lambrusco aus Korbflaschen zufrieden. Der Gast weiß mittlerweile, was gut ist.
Das Café Roses
Schlendert man an einem ganz normalen Mittwochabend durch die Fußgängerzone, herrscht momentan zumeist kein reger Betrieb. Viele Lokale in dieser Gegend sehnen den Frühling herbei, wenn man endlich draußen sitzen kann, die Boote an der Donaulände anlegen und die Touristen wieder den Weg nach Passau finden. Nur im Café Roses scheint saisonunabhängig immer was los zu sein. Auffällig ist auf den ersten Blick die bunte Mischung des Publikums: Hier sitzen Touristen beim Schnitzel Wiener Art einträchtig neben Bionade schlürfenden Studenten der Betriebswirtschaftslehre. Gesellige Damen treffen sich zum Kaffee, "Young Professionals" im Anzug kommen auf einen After Work Drink und einen Snack vorbei. Das ist kein Zufall, denn der Familie Künzel, die in Passau innerhalb einer Dekade ein einzigartiges Gastro-Imperium aus der Taufe gehoben hat, gelingt es immer wieder, Trends zu erkennen und diese auf die Dreiflüssestadt punktgenau anzuwenden. Petra und Mario Künzel sind parallel mit unterschiedlichen Konzepten erfolgreich: Ob mit dem Gasthof Drei Linden, dem eataly, dem Sensasian, dem Frizz oder eben dem Café Roses - hier sind Profis am Werk, die ganz genau wissen, was ihre Gäste wollen. Jahrzehntelang war das Lokal als Gasthaus zur Rose bekannt, in dem die legendäre Wirtin Hildegard Steinhagen auch mit über 70 Jahren noch ein strenges Regiment führte.
Das Fischerstüberl in Gaishofen
Jedem, der schon einmal mit der Bahn oder mit dem Auto von Vilshofen kommend aus dem Fenster auf die gegenüberliegende Donauseite geblickt hat, wird der Gasthof aufgefallen sein, der so beschaulich und einladend direkt an der Donau liegt und doch nur Minuten von Passau entfernt ist. Unsere Recherchen ergaben, dass das Fischerstüberl jahrzehntelang ein gleichermaßen bekanntes wie beliebtes Ausflugsziel vor allem bei Fischliebhabern war. Im letzten Jahrzehnt geriet das Lokal mehr und mehr in Vergessenheit, bis die bekannte Caterer-Familie Heller aus Niedernhart sich 2008 ein Herz nahm und das marode Objekt in Gaishofen übernahm, komplett sanierte und nun seit gut zwei Jahren betreibt. Kaum ein Stein ist hier auf dem anderen geblieben: Massive Eichentische und Stühle in den Gasträumen zeigen hochwertige Schreinerarbeit, ebenso die 11 Gästezimmer, die mit jeglichem Komfort ausgestattet sind und in die man sich nach einem Festmahl in der Gaststube des Fischerstüberl gerne zurückzieht. Dass in einem Landgasthaus aber auch die sanitären Anlagen zu einem Design-Erlebnis werden, verblüfft: Uralte steinerne Futtertröge dienen als Handwaschbecken und kontrastieren wundervoll die modernen Glas- und Edelstahlelemente.
Restaurant Leyerseder in Hauzenberg
Seit 10 Jahren kocht Johannes Leyerseder nun schon am heimischen Herd seines Elternhauses am ehemaligen Hauzenberger Bahnhof. Das Lokal ist seit 1904 im Besitz der Familie und wird von Johannes Leyerseder und seiner Partnerin nun bereits in der vierten Generation geführt. Dabei war er zwischendurch fast 20 Jahre als Koch in der Welt unterwegs und konnte sich u.a. als Bayerischer Jungkoch des Jahres 1987 einen Namen machen. Welch ein Glück für unsere Region, dass er sich entschieden hat, zurückzukehren! Lange schon war bekannt, dass man beim Leyerseder gut essen kann. Nur das Ambiente wollte nicht mehr so ganz zur gehobenen Küche passen. Leyerseder hatte eine geniale Lösung zur Finanzierung dieses Unterfangens: Er gab an Gäste Gutscheine aus zur Einlösung im Lokal. Die Resonanz war gewaltig und der Umbau konnte umgesetzt werden: Seit wenigen Wochen erstrahlt das Restaurant Leyerseder in neuem Glanz. Die helle und angenehm warme und einladende Atmosphäre passt perfekt zu dem, was Leyerseder und seine Küchenbrigade auf den Teller zu zaubern vermögen. Bewusst wurden moderne Akzente gesetzt, z.B. mit phantasievoller Deko, die geschmackvoll und zurückhaltend ist und einer stylischen Bar, die im Zentrum der ehemaligen Gaststube ein echter Blickfang ist. Der "neue" Leyerseder versteht sich als Mischung aus Bistro und Gourmetrestaurant. Wer auf ein Glas Wein und eine Kleinigkeit aus der neuen Bistrokarte vorbeischaut, ist genau so willkommen wie der Gourmet, der zum ausgiebigen Schlemmen einen Tisch im Restaurantbereich reserviert hat.
Inn.Braeu: Wirtshaus in der Innstadt
Ältere Semester wissen es noch: Jahrzehntelang gab es in der Innstadt ein Bräustüberl, das im Gebäude der gleichnamigen Brauerei beheimatet war. Als dann in den Räumlichkeiten vor gut acht Jahren das venti tre mit einem mediterranen Konzept eröffnete, verloren die "Innstadler" über Nacht ihr Bräustüberl und es dauerte Jahre, bis die Bewohner jenseits des Inns wieder ein „richtiges“ Wirtshaus hatten: einen Ort, an dem das lokale Bier fließt, an dem man zünftig speisen und Neuigkeiten austauschen kann. Diese Lücke wurde erst durch die Eröffnung des Inn.Braeu in der Kapuzinerstraße wirklich geschlossen. Seither hat die Innstadt wieder ihre eigene Wirtschaft und zwar eine, die hierzulande die erste ihrer Art war: Die Innstadt Brauerei wagte sich, gemeinsam mit dem Innenarchitekten-Duo Groemmer & Daxner, die Vision eines modernen Wirtshauses umzusetzen. Man wollte keine dunkle, angestaubte Wirtschaft, sondern ein einladendes, freundliches und doch bodenständiges Ambiente schaffen, in dem sich jedermann wohlfühlt. Dieser Spagat ist wirklich gelungen: Schwere Massivholztische wurden mit Stahl, Glas und pfiffigen Accessoires kombiniert und schaffen ein modernes und zugleich gemütliches Ambiente, in dem sich der Brauereifahrer genauso wohlfühlt wie der Stammtischbruder oder eine gesellige Studentenrunde. Friedlich sitzt man hier nebeneinander bei einem süffigen Innstadtbier vom Fass oder einem Glaserl österreichischen Weines und bestellt aus der bayerisch-österreichisch inspirierten Speisekarte Schmankerl wie Tafelspitz, Schnitzel oder einen Schweinsbraten. Die beiden Betreiber, die zusätzlich das Wirtshaus Dorfkrug in Esternberg betreiben, sind selbst Österreicher und achten auf gepflegte Gastlichkeit. Das merkt man beispielsweise sofort am umsichtigen Service: inkompetente Aushilfskräfte, die keine Ahnung haben, was ein Russ ist, findet man hier ebensowenig wie Convenience Food. Freundliche Bedienung, schneller Service, perfekt gezapftes Bier wie auch bezahlbare Weine sind eine Selbstverständlichkeit im Inn.Braeu.
Bouillabaisse Fischrestaurant
Ein Lokal im 1. Stock verfügt im Regelfall über keine ideale Lage für eine Gastronomie: schwer zu finden, keine Laufkundschaft, kein „einfach mal reinschauen“. Wenn es sich dann in unseren Breitengraden auch noch um ein kleines Fischrestaurant handelt, glaubt man nicht unbedingt an den Erfolg einer solchen Unternehmung. Aber es geht trotzdem: Das Bouillabaisse, versteckt in der Rosengasse in der Passauer Fußgängerzone gelegen, ist der Beweis - und das schon seit acht Jahren! Heute ist ein ganz normaler Dienstag Abend und alle Tische sind belegt. Irgendwie hat man das Gefühl, alle seien Stammgäste. Albert Stühler arbeitet in einer offenen Küche, die vielleicht acht qm groß ist. Seine Frau Uschi kümmert sich in den beiden kleinen Räumen, in denen maximal je 20 Gäste Platz finden, um den Service. Zum Glück haben wir reserviert und starten mit einem Gläschen Sauvignon Blanc. Dazu bestellen wir ein halbes Dutzend Fines de Claires-Austern und einen Probierteller der Bouillabaisse - schließlich ist die berühmte Marseiller Fischsuppe Namensgeber des außergewöhnlichen Restaurants. Wenn man ein Freund von Austern ist, kann man sich den Weg nach München oder Hamburg getrost sparen. Die französischen Austern, die hier serviert werden, sind von Größe, Frische und Geschmack absolut top. Das gilt ebenso für die Bouillabaisse, bei der man sofort schmeckt, dass allein für den Fond extra viel Fisch verwendet worden ist - von der reichhaltigen Einlage ganz zu schweigen. Vor dem Hauptgang werfen wir noch einmal den Blick in die Weinkarte: Wir bleiben zunächst beim vorzüglichen Sauvignon Blanc und wechseln dann zu einem Weißen Bordeaux vom Chateau Lamothe.
Die Weinkarte verfügt über eine schöne Auswahl an Weiß- und auch Rotweinen: sechs weiße und vier rote werden offen angeboten. Die Flaschenpreise um 20,00 Euro sind für das gebotene Niveau von Küche und Keller als äußerst fair zu bezeichnen. Wir blättern noch ein wenig in der handgeschriebenen Speisekarte, die ständig wechselt und sich einzig und allein danach richtet, was frisch zu bekommen ist. Doch auch Nicht-Fischesser kommen auf ihre Kosten, aber welch Frevel, hier keinen Fisch zu essen!
Aran Brotkultur & Kaffeekult
Über Passaus Neue Mitte hat man in letzter Zeit viel gelesen und noch mehr gehört. Wenn aber jemand für sich beanspruchen kann, im Herzen der Neuen Mitte zu sein, dann ist es die Villa Bergeat, seit einem guten Jahr Heimat des aran. Das Konzept "Brotgenuss und Kaffeekult" ist so einzigartig wie ungewöhnlich: "aran" bedeutet auf keltisch schlicht und ergreifend Brot. Und man kann im aran tatsächlich - wie in einer Bäckerei - verschiedene traditionell hergestellte Sauerteigbrote kaufen. Dazu gibt es tolle Kaffeekreationen: Ganze sechs verschiedene Kaffeesorten stehen zur Wahl - von mild bis vollmundig, von koffeinfrei bis ex-trastark. Hier findet jeder seinen Lieblingskaffee - der Favorit der Redaktion: Der wunderbar ausgewogene Espresso No. 17. Doch das aran setzt nicht nur neue Maßstäbe in kulinarischer Hinsicht: Auch die Einrichtung - innen wie außen - setzt neue Akzente. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, das Flair einer herrschaftlichen Stadtvilla zu erhalten und gleichzeitig ein durchdachtes Gastromiekonzept professionell und konsequent zu etablieren. Dunkles Massivholz, ein ausgeklügeltes, warmes Lichtdesign, edle Möbel jenseits bekannter "Go-In"-Einrichtungslösungen - geschmackvoll, schlicht und modern. Doch zurück zu den Gaumenfreuden: Die Brote, aus reinem Natursauerteig gebacken, sind einfach köstlich! Glücklicherweise kann man diese gleich vor Ort verkosten, denn fast 20 verschiedene Brotaufstriche stehen zur Auswahl, mit der man sich seine Scheibe Brot bestreichen lassen kann. Bis zu drei verschiedene Aufstriche sind pro bestellter Brotportion möglich, und das ganze ist mit Preisen zwischen 3,00 und 5,00 Euro auch für den kleinen Geldbeutel bezahlbar. Die verschiedenen Frühstücksvariationen, mit dem herrlichen Brot als Basis, sind ebenfalls ein Genuss, ob warm (z.B. als Strammer Max Deluxe) oder kalt! Dann der Kuchen: aus Dinkelmehl und braunem Rohrzucker - ein Gedicht! Dazu eine Tasse aus der reichhaltigen Kaffee- oder Teepalette, so sieht er aus, der perfekte Nachmittag.
Va Bene
Bereits vor einiger Zeit berichteten wir an dieser Stelle über die Renaissance der Gastronomie in der Fußgängerzone im Allgemeinen und über die der Großen Klingergasse im Besonderen. Einer der Hauptverantwortlichen für den dortigen Aufschwung ist das va bene, das im Sommer 2008 an den Start gegangen ist und sich innerhalb kürzester Zeit einen exzellenten Ruf erarbeitet hat. Die Bezeichnung Café & Ciabatteria greift hier an sich zu kurz, denn von Frühstück über Mittagsangebote, von Kaffee und Kuchen auf der Terrasse, von Salaten bis über warme Speisen, oder einfach nur auf ein Glaserl Wein - im va bene wird (fast) alles geboten. Ein echtes Mischkonzept, das die Gäste offensichtlich begeistert, denn hier ist von früh bis spät einiges los. Auffällig ist das bunt gemischte Publikum - so eine angenehme Entspanntheit aus jung und alt findet man sonst eigentlich nur im Sommer in den hiesigen Biergärten. Als wir um die Mittagszeit anrücken, ist der Laden innen gesteckt voll. Kein Wunder: Jede Woche gibt es wochentags fünf verschiedene Mittagsangebote ab 4,90 Euro, aber nicht nur der günstige Preis, sondern vor allem der dafür gebotene Wert fällt positiv auf. Die Portionen sind üppig, die Qualität gut, genau das ist der Unterschied zwischen billig und preiswert! Fleisch- und Wurstwaren werden von der Schärdinger Metzgerei Feichtinger bezogen, Firma Ratzesberger in der Grabengasse, gleich um die Ecke, bringt Obst und Gemüse und die Bäckerei Wagner liefert die Backwaren, Konserven kommen praktisch nicht zum Einsatz. Das Bemühen um Qualität schmeckt man: Bestellt man sich einen Salat, kommt kein in Fertigdressing ertränktes Convenience-Produkt, sondern ein appetitlich aufgetürmter Teller mit frischesten Zutaten. Witziges Detail: Die selbstgemachten Salatsaucen werden in einem separaten Einweckglas serviert.





